Die Urologie kann Zukunft – Nur nicht zum Nulltarif
Klares Signal des DGU-Kongresses: Die Urologie steht zusammen und blickt nach vorn – Dank des BvDU an alle Mitglieder für die regen Diskussionen in seinen Veranstaltungen
Die Urologie kann Zukunft – Nur nicht zum Nulltarif
Der DGU-Kongress 2026 in Düsseldorf war wissenschaftlich stark – und berufspolitisch ein Weckruf. Vom 16. bis 19. September wurde erneut deutlich: Die Urologie ist fachlich innovativ, klinisch leistungsfähig und ambulant unverzichtbar. Und: sie steht unter einem Druck, der nicht länger zum Nulltarif geleistet werden kann.
Zwischen KHVVG, KHAG, Notfallgesetz, GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und Regressen stand die berufspolitische Zukunft des Fachs genauso im Mittelpunkt, wie die Wissenschaft. Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) zieht ein durchweg positives Fazit – und bedankt sich ausdrücklich bei allen Referentinnen und Referenten, Diskutantinnen und Diskutanten sowie bei jedem einzelnen Mitglied, das sich in Düsseldorf Zeit für den berufspolitischen Austausch genommen hat – trotz vollem Kongressprogramm und ohnehin knapper Zeit im Praxis- und Klinikalltag.
Im Zentrum der Gespräche standen die großen Reformlinien: KHVVG, KHAG, NotfallG, GKV-BStabG, Hybrid-DRG, Ambulantisierung, Patientensteuerung, Regressrisiken und die Zukunft der Weiterbildung. Die Diskussionen haben dabei eines bestätigt: Klinik und Praxis dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen. Wenn stationäre Fälle ambulant werden, brauchen Praxen und Kliniken tragfähige Strukturen. Wenn Notfallversorgung neu organisiert wird, muss sie entlasten und nicht zusätzliche – unbezahlte – Arbeit aufbürden. Wenn Leistungsgruppen Klinikstandorte verändern, darf regionale urologische Versorgung nicht ausbluten. Wenn die GKV spart, kann sie nicht gleichzeitig unbegrenzte Leistung versprechen.
Viele Mitglieder haben in Düsseldorf sehr konkret berichtet, was die Reformen bereits jetzt bedeuten: schwierige Personalplanung, Investitionszurückhaltung, wachsende Dokumentationslast, Unsicherheit bei Hybrid-DRG, Sorge um Regresse, Druck auf Terminvergabe und die Frage, wie viel GKV-Leistung künftig wirtschaftlich noch darstellbar ist. Genau diese Rückmeldungen nimmt der BvDU in seine weiteren Gespräche mit Selbstverwaltung, Politik und Partnerverbänden mit. „Wir haben auf dem Kongress viel Zustimmung, viel Ärger über die Politik und vor allem einen klaren Auftrag mitgenommen: Der BvDU soll laut, konkret und lösungsorientiert weiterarbeiten.“
Der Kongress hat zugleich gezeigt, wie wichtig der Mehrwert der Mitgliedschaft im Berufsverband ist. Berufspolitik bleibt der Kern. Zusätzlich bekommt sie im BvDU praktische Flankierung: UroAuxilia-Handreichungen, Informationen zu Abrechnung und Regressen, Unterstützung bei Hybrid-DRG, Fortbildungen, Selektivverträge, Praxismanagement, Vernetzung, Absicherung und besondere Konditionen für Mitglieder bilden weiteren Mehrwert für die Mitglieder. Der BvDU ist neben der berufspolitischen Stimme auch praktischer Unterstützer für Kliniken, MVZ und Praxen.
Der BvDU-Vorstand sieht nach dem Kongress drei zentrale Aufgaben: Die ambulante fachärztliche Versorgung muss vor weiterem Substanzverlust geschützt werden. Urologische Kliniken müssen in der Strukturreform handlungsfähig bleiben. Und die Verbindung von Praxis und Klinik muss gestärkt werden – bei Weiterbildung, Onkologie, Notfallversorgung, Ambulantisierung und digitalen Prozessen.
Düsseldorf war das Startsignal. Der BvDU ruft seine Mitglieder auf, sich weiter einzubringen, Rückmeldungen aus dem Alltag zu geben und die berufspolitische Arbeit weiter aktiv zu unterstützen. Denn klar ist: Wer Urologie gestalten will, braucht einen starken Berufsverband.
Alle berufspolitischen Termine auf dem Kongress sehen Sie im Überblick in der Agenda.
Das BvDU-Thema des DGU-Kongresses „Transformation im Gesundheitswesen – Chancen für die Urologie von morgen“ finden Sie aus den verschiedenen Blickwinkeln der Versorgung darüber hinaus in den Beiträgen von „Die Urologie“, Heft 9, beleuchtet. Das PDF-Download der Beiträge finden Sie hier.
