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Urologische Kompetenz für die Männergesundheit sichern

Früherkennung des Prostatakarzinoms gehört in die Hand der Urologen

Die Ergebnisse der PROBASE-Studie liefern wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung der Früherkennung des Prostatakarzinoms. Sie zeigen, dass ein risikoadaptiertes, PSA-basiertes Screening die Erkennung klinisch relevanter Tumoren verbessern und gleichzeitig Überdiagnostik vermeiden kann. Dies war schon sehr lange die Auffassung der Urologen.

Gleichzeitig darf diese wissenschaftliche Entwicklung jedoch nicht zu einer strukturellen Schwächung der urologischen Expertise in der Männergesundheit führen.

Die urologische Onkologie ist elementarer Bestandteil der Fort- und Weiterbildung im Fachbereich des Urologen/der Urologin und zeigt sich in der Qualifikationszusatzbezeichnung der Medikamentösen Tumortherapie, die viele Urologen und Urologinnen auszeichnen.

Urologische Erfahrung ist entscheidend

Die Bewertung des PSA-Wertes, insbesondere im Verlauf und im Zusammenhang mit Prostatavolumen, -dichte und klinischer Anamnese, erfordert spezifische Fachkenntnis. Nur Urologinnen und Urologen verfügen über die notwendige Ausbildung und Erfahrung, um:

  • den PSA-Wert im klinischen Kontext korrekt zu interpretieren (z. B. Ausschluss von Prostatitis, Harnwegsinfekten oder mechanischen Einflüssen),
  • ergänzende urologische Diagnostik wie den transrektalen Ultraschall (TRUS) kompetent einzusetzen,
  • Prostatadichte und -größe in die Risikobewertung einzubeziehen,
  • und in der Folge eine individuell abgestimmte Diagnostikstrategie (z. B. mpMRT, Biopsieindikation) festzulegen.

Diese multimodale Herangehensweise ist integraler Bestandteil der urologischen Weiterbildung und kann im hausärztlichen Setting weder in dieser Tiefe noch mit der erforderlichen diagnostischen Sicherheit umgesetzt werden.

Hausärztliche Erstansprache ja – urologische Durchführung zwingend

Hausärztinnen und Hausärzte sind zweifellos zentrale Ansprechpartner für die Gesundheitsvorsorge und spielen eine wichtige Rolle bei der Motivation zur Teilnahme an der Prostatakrebsfrüherkennung.

Die Durchführung, Bewertung und Weiterführung der Vorsorgeuntersuchung sollte jedoch aus Gründen der Qualitätssicherung und Patientensicherheit ausschließlich in urologischer Hand liegen.

Nur so kann gewährleistet werden, dass:

  • die Früherkennung evidenzbasiert, differenziert und patientenorientiert erfolgt,
  • vermeidbare Fehleinschätzungen (z. B. durch falsch interpretierte PSA-Verläufe) reduziert werden,
  • und die Behandlungspfadkontinuität – vom Screening über die Diagnostik bis zur Therapie – in einer fachärztlichen Verantwortung bleibt.

Urologische Fachkompetenz stärkt Prävention

Eine qualitätsgesicherte, urologisch geführte Früherkennung schützt Patienten vor sowohl Überdiagnostik, als auch gefährlicher Unterdiagnostik.

Der transrektale Ultraschall, die sonographische Volumenbestimmung und die differenzierte PSA-Interpretation sind diagnostische Pfeiler, die ausschließlich in der urologischen Fachpraxis sicher angewendet werden.

Die PROBASE-Daten unterstreichen, dass das PSA-basierte Screening, wie von uns Urologen lange praktiziert, sinnvoll ist, wenn es richtig interpretiert und individuell angepasst wird. Diese Verantwortung darf nicht auf die hausärztliche Regelversorgung verlagert werden, ohne die fachärztliche Kompetenz einzubeziehen.

Forderung der Urologen:

Die Hessische Urologen Genossenschaft HUeG und der Landesverband des BvDU Hessen fordern, dass die strukturierte Früherkennung des Prostatakarzinoms im Rahmen der gesetzlichen und privaten Vorsorgeleistungen ausschließlich durch Urologinnen und Urologen durchgeführt und abgerechnet werden darf. Nur so kann die hohe Qualität der Männergesundheitsvorsorge in Deutschland dauerhaft gesichert werden.

Dr. Michael Weidenfeld
Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes BvDU
Mitglied des Aufsichtsrats der HUeG