Die Praxen bilden Medizinische Fachangestellte (MFA) mit großem Engagement und erheblichem Zeiteinsatz aus – doch immer wieder wechseln Fachkräfte später in Kliniken, wo bessere Gehälter locken. Was viele Ärztinnen und Ärzte seit Jahren beobachten, bestätigt nun auch eine Umfrage der Ärztekammer Schleswig-Holstein.
Die Kammer befragte MFA zu Themen wie Ausbildung, Arbeitszeit und Arbeitgeberwechsel. Die Auswertung zeigt: Den Hauptteil der Ausbildungslast tragen die Praxen. 71 Prozent der befragten MFA wurden in einer Arztpraxis ausgebildet, 16 Prozent in einem Krankenhaus, weitere zehn Prozent in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ).
Deutlich wird jedoch auch der Mitarbeiterschwund bei den Niedergelassenen: Zwar absolvierten 71 Prozent ihre Ausbildung in einer Praxis, später arbeiten dort allerdings nur noch 50 Prozent. Umgekehrt ist die Entwicklung in den Krankenhäusern: Sie beschäftigen inzwischen 22 Prozent der befragten MFA.
Spannend ist auch die Frage, warum sich MFA für einen anderen Berufsweg entscheiden. Aufgeführt werden fehlende Perspektiven, ein zu niedriges Gehalt, ungünstige Arbeitszeiten, ein schlechtes Arbeitsklima, mangelnde Wertschätzung sowie zu wenig Tätigkeit am Patienten.
Beim Thema Gehalt gaben 72 Prozent der MFA an, nach Tarif bezahlt zu werden. Der Rest wird etwa zur Hälfte über- oder untertariflich vergütet.
Quelle: Ärztenachrichtendienst (änd)
