Ambulantisierung
Die Ambulantisierung medizinischer Leistungen ist nicht nur gesundheitspolitisch sinnvoll – sie ist zwingend notwendig, wenn die medizinische Versorgung in Deutschland dauerhaft gesichert werden soll. Nur durch die Verlagerung nicht zwingend stationärer Operationen in den ambulanten Sektor können Kosten gespart werden – ohne Qualitätsverlust der hochwertigen medizinischen Versorgung.
Aus Überzeugung des BvDU ist:
- Deutschland strukturell überhospitalisiert
- International nicht mehr Vorreiter, sondern Nachzügler
- das bestehende System ineffizient, teuer und personell nicht mehr tragfähig
- Ambulantisierung kein Wunsch, sondern zwingende Systemnotwendigkeit
- Die Urologie bereit und kompetent, diese Transformation aktiv zu gestalten.
Die Folgen sind offensichtlich: unnötig lange Krankenhausaufenthalte, höhere Belastungen für Patientinnen und Patienten, ineffizienter Ressourceneinsatz und ein finanziell, wie personell überlastetes System. Gerade angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und fehlender personeller Ressourcen in Kliniken – insbesondere im pflegerischen Bereich und bei Nachtwachen – wird deutlich: Das bestehende System ist in seiner heutigen Form langfristig nicht tragfähig.
Ambulantisierung erhöht Qualität und Wirtschaftlichkeit
Ambulantisierung bedeutet nicht Leistungsabbau, sondern eine moderne, effiziente und patientenorientierte Neuorganisation medizinischer Versorgung. Medizinisch nicht zwingend stationär durchzuführende Eingriffe müssen dort erbracht werden, wo sie wirtschaftlich, sicher und qualitativ hochwertig durchgeführt werden können – im ambulanten Setting.
„Ambulant vor stationär darf kein politisches Schlagwort bleiben, sondern muss endlich konsequent umgesetzt werden.“
Die Urologie verfügt seit Jahren über hohe Expertise in der ambulanten operativen Versorgung und ist bereit, diesen Transformationsprozess aktiv mitzugestalten.
Gleiche Bedingungen für alle Leistungserbringer
Entscheidend ist jedoch: Ambulantisierung kann nur funktionieren, wenn gleiche Leistungen unter gleichen Bedingungen erbracht werden können – unabhängig davon, ob sie durch Vertragsärzte, ambulante OP-Zentren oder Krankenhäuser erfolgen.
BvDU-Forderungen:
Gleiches Recht für alle Anbieter
Wer ambulant operieren kann und die Qualitätsstandards erfüllt, muss diese Leistungen unabhängig von der Versorgungsstruktur erbringen dürfen.
Faire und wirtschaftlich tragfähige Vergütung
Ambulantes Operieren darf kein Zuschussgeschäft sein. Es braucht eine auskömmliche Finanzierung, die umfasst:
- vollständige Übernahme der Sachkosten
- adäquate Vergütung von Hygiene- und Aufbereitungskosten
- Berücksichtigung von Vorhalte- und Strukturkosten
- Investitionsanreize zum Aufbau ambulanter Strukturen
Planungssicherheit für Investitionen
Wer politisch Ambulantisierung fordert, muss Investitionen in Infrastruktur und Personal auch ermöglichen.
Ambulantisierung ist alternativlos
Der BvDU ist überzeugt: Ohne eine konsequente Ambulantisierung wird das deutsche Gesundheitssystem die Herausforderungen der kommenden Jahre nicht bewältigen.
