Wir haben viel erreicht und noch viel vor

Schriftzug im Scheinwerferlicht

2019 – ein bewegtes Jahr

Es liegt ein bewegtes Jahr hinter uns, in dem wir als Ihr Berufsverband viel für die Facharztgruppe Urologie erreichen konnten. Oberstes Ziel unserer Arbeit ist die Stärkung unserer Freiberuflichkeit in Klinik und Praxis. Einige unserer berufspolitischen Themen begleiten uns jedoch kontinuierlich und werden auch im Neuen Jahr wieder auf unserer Agenda stehen.

Gesetzgebungsmarathon

Rückblickend hat sicherlich der flotte Gesetzgebungskurs von Minister Spahn den größten Aufruhr in 2019 verursacht. Natürlich entspricht das Terminservice- und Versorgungsgesetz nicht in allen Punkten unseren Forderungen. Zwar ist die schrittweise Entbudgetierung der Leistungen ein Schritt in die richtige Richtung – damit hat die Politik endlich anerkannt hat, dass wir Urologinnen und Urologen uns an der Grundversorgung beteiligen. Die fünf zusätzlichen offenen Sprechstunden halten wir jedoch für inakzeptabel. Zweiter Aufreger war das Digitale-Versorgungs-Gesetz. Wir begrüßen insgesamt die Chancen, die in der Digitalisierung liegen. Deshalb engagieren wir uns auch gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung in dem Projekt UROgister/UROscience. Damit wollen wir künftig die Krebsregistermeldung vereinfachen und eine umfassenden Forschungsdatenbank etablieren, die die gesamte urologische Versorgungsforschung verbessern soll. Eine Chance, die wir Urologinnen und Urologen unbedingt nutzen sollten! Natürlich darf man im ganzen Technologisierung-Trend nicht vergessen, Ärzteschaft und Patienten auch gleichermaßen dazu befähigen, eine digitale Gesundheitskompetenz aufzubauen und muss Beteiligungsprozesse organisieren. Außerdem sollte man akzeptieren, dass manche Dinge einfach nicht so schnell gehen wie sich das die Politik und die Macher im globalen Gesundheitsmarkt vorstellen.

Honorar und Vergütung

In Sachen GOÄ und EBM geht es eher gemächlicher zu. Für die GOÄ-Novelle sind wir und andere Verbände und Fachgesellschaften in den letzten Monaten intensiv in den Prozess der Legendierungen und der betriebswirtschaftlichen Bewertung einbezogen worden. Der neue BÄK-Chef Reinhardt hat jetzt die Pflicht, diese Kalkulationen zu verhandeln. Dann muss dieser GOÄ-Entwurf noch den kommenden Deutschen Ärztetag im März passieren. Beim EBM werden wir schon seit Jahren vertröstet. Selbst für eine kleine Reform konnten KBV und Krankenkassen in entscheidenden Fragen noch keinen Konsens erzielen. Damit soll diese erst zum 1. April 2020 in Kraft treten. Wir wollten aber nicht länger auf für die Urologie dringende Korrekturen warten und haben daher unser berufspolitisches Jahr mit einem Paukenschlag beendet: Mit einer Kampagne haben wir in der Öffentlichkeit auf die immer noch ungeklärte Situation bezüglich der Aufbereitung der Zystoskopie hingewiesen. Damit wollen wir den Druck auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung und den Spitzenverband-Bund der Krankenkassen in Berlin erhöhen, als auch bei den regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassenverbänden endlich eine Entscheidung in dieser Sache zu treffen. Dazu gehörte eine vom BvDU lancierte Kommunikationskampagne ebenso wie der Aufruf an die niedergelassenen Mitglieder, die Zystoskopie ab Mitte November für vier Wochen in ihren Praxen vorübergehend nicht mehr anzubieten. Selbstverständlich wollen wir die höchsten hygienischen Maßstäbe auch für unsere Patienten in der ambulanten Versorgung. Aber dafür müssen dann auch die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit diese qualifiziert, wohnortnah und flächendeckend sichergestellt werden kann.

Wachsende Anforderungen

Neben rein politischen Themen haben wir als Berufsverband natürlich auch das Wohl unserer Mitglieder im Auge: Permanente Veränderungen im Gesundheitswesen und starke Rationalisierungstendenzen führen dazu, dass die Anforderungen an die ärztliche Arbeit, in Klinik und Praxis, stetig wachsen. So stellen wir neben Ärztegesundheit und Work-Life-Balance ebenso unsere Forderungen nach zukunftsfähigen Arbeitsmodellen in den Fokus unserer Debatten. Die urologische Arbeitskultur muss gesünder werden und attraktiver für den ärztlichen Nachwuchs gemacht werden.

Ihr
Dr. Axel Schroeder
Präsident Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.